Bonus

 

Ich stehe am Wohnzimmerfenster unserer hübschen Altbauwohnung und schaue auf die prachtvollen Häuser von Reims. Ein Stück entfernt liegt die beeindruckende Kathedrale Notre-Dame, in der in früheren Zeiten die französischen Könige gekrönt wurden.

Maxime und ich sind nämlich vor Kurzem nicht nur zusammengezogen, sondern auch gleich in ein anderes Land, nach Frankreich, seiner Heimat.

Nachdem er nicht mehr Geschäftsführer von Champagne Maison Roger et Fils war, bestand für ihn kein Grund, sich einen Job in Deutschland zu suchen. Weil ich es reizvoll fand, zur Abwechslung mal im Ausland zu leben, war ich davon begeistert, als er sich in der Champagne nach einem neuen Tätigkeitsfeld umsehen wollte. Es hat sehr schnell geklappt und nun ist er wieder Directeur général.

Bei der neuen Champagnerkellerei handelt es sich erneut um einen Familienbetrieb. Allerdings ist es dieses Mal einer ohne Nachkommen. Deshalb stehen die Chancen gut, dass Maxime die Kellerei eines Tages übernehmen kann.

Aber das ist Zukunftsmusik. Es kann noch so viel anderes passieren.

Ich mache inzwischen den Job, den ich nie haben wollte: Ich sitze an einem Computer und erledige Büroarbeiten.
Nach meinem Mallorcaurlaub mit Maxime war mein Kontostand ordentlich in die Miesen gerutscht. Ich hatte Madame Roger nie eine Rechnung für meine Dienste gestellt und sogar überlegt, ob ich ihr den Vorschuss zurückgeben sollte.

Zum Glück habe ich statt des bisschen Geldes einen sehr viel größeren Schatz bekommen!

Meinen Job als Treuetesterin habe ich natürlich an den Nagel gehängt. Also nicht so ganz. Denn nachdem recht schnell klar war, dass wir nach Frankreich ziehen würden, konnte ich meinen Plan, mich in meiner Heimatstadt als Detektivin selbständig zu machen, nicht mehr weiterverfolgen.

Irgendwie war ich darüber sogar erleichtert. Denn nachdem ich mich in dieser Branche ein wenig ausgetobt hatte, war rasch klar, dass es nicht mein Traumjob ist.

Doch nun musste sehr schnell etwas passieren. Also habe ich eine Agentur für Treuetests per Internet eröffnet. Etwas, das ich ebenfalls nie machen wollte und worüber Maxime auch nicht gerade glücklich ist. Aber es kam nicht in Frage, mich von ihm durchfüttern zu lassen.

Dadurch, dass ich freie Mitarbeiterinnen habe, die sämtliche Flirtversuche ganz ohne mein Zutun starten und zu einem Ergebnis führen, konnte ich ihn davon überzeugen, dass diese Arbeit eine gute Zwischenlösung ist, bis sich etwas Besseres für mich ergibt und ich meine kleine Firma wieder verkaufen kann.

Und es haben sich Dinge ergeben!

Inzwischen bin ich Maximes Muse, wenn es darum geht, neue Ideen hervorzubringen. Tatsächlich produziert die Kellerei auf seine Initiative hin einen ganz ausgezeichneten Champagner für den kleinen Geldbeutel. Außerdem wird derzeit ein äußerst vielversprechendes Rezept für einen alkoholfreien Champagner entwickelt.

Natürlich ohne dass Maxime das der Champagne Maison Roger et Fils gestohlen hätte. Dazu ist er ein viel zu korrekter Mensch.

Bei unserer Zusammenarbeit haben wir jedenfalls festgestellt, dass ich ein gutes Händchen für Marketing habe.
„Du solltest dein detektivisches Geschick darauf verwenden, herauszufinden, was unsere Mitbewerber aushecken“, schlug er kürzlich vor.

Seitdem sitze ich ziemlich oft am Computer, um Recherche zu betreiben. Das ist eine Arbeit, die mir richtig viel Spaß macht.

Aber etwas anderes gefällt mir noch sehr viel besser! Maxime und ich haben uns überlegt, dass es eine gute Sache sein könnte, zu dem im nächsten Jahr anstehenden Firmenjubiläum eine Sonderedition aufzulegen. Limitierte, mundgeblasene Flaschen mit handgemalten Etiketten.

Und wer darf diese Etiketten anfertigen?

Ich!

Das ist eine riesige Herausforderung für mich. Denn sie sollen von Tradition und Werten sprechen, aber auch modern daherkommen.

Doch das kriege ich hin. Garantiert! Wenn ich erst einmal den Prototypen herausgearbeitet habe, werden die anderen ganz von selbst entstehen.

Nachdem Maxime das Portrait von sich entdeckt hat und ich in den letzten Monaten so einiges gezeichnet und gemalt habe, stand für ihn fest, dass ich den Auftrag für die Etikettengestaltung bekomme.

Wo bleibt er nur?, frage ich mich, als ich meinen Blick durch unsere Straße schweifen lasse, auf der Suche nach seinem dunklen Wagen.

Heute ist nämlich ein ganz besonderer Tag.

Okay, jeder Tag mit Maxime ist etwas Besonderes, aber mit dem heutigen Datum … wird er endlich ein freier Mann sein! Deshalb musste er vor Gericht erscheinen und sollte eigentlich schon zurück sein.

Am liebsten würde ich nach meinem Smartphone greifen und ihn fragen, wo er steckt. Aber ich will nicht, dass er sich von mir überwacht fühlt. Diese Zeiten sind vorbei.

Vielleicht hat es bei Gericht länger gedauert, versuche ich, mich zu beruhigen.

Nach der Schlammschlacht mit den gegnerischen Anwälten würde es mich nicht wundern, wenn es so wäre.

Madame Roger hat es ihm nicht leicht gemacht, von ihr loszukommen, obwohl sie damals so erpicht darauf war, dass genau das geschieht.

Doch sie hat ihre Eltern im Nacken sitzen, die alles versucht haben, Maxime die Trennung auszureden. Wäre es nach ihnen gegangen, hätte er weiter seinen Geschäftsführerposten in der Firma behalten, nach außen hin den fürsorglichen Ehemann gespielt und am besten endlich den ersehnten Enkel gezeugt. Dass Madame Roger nie Kinder haben wollte, hat sie ihnen wohlweislich verschwiegen. Zum Glück hat ihr Bruder für Erben der Champagnerdynastie gesorgt.

Als der Ehrenmann, der Maxime nun einmal ist, hat er alle Schuld für die Trennung auf sich genommen. Das war mit erheblichen finanziellen Nachteilen verbunden. Denn auf die Rückzahlung der privaten Mittel, die er vor einiger Zeit während eines Engpasses in die Firma geschossen hatte, wird er sicher lange warten müssen. Möglicherweise bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag.

„Mach dir keine Sorgen um das bisschen Geld. Ich komme wegen der Scheidung nicht an den Bettelstab“, hatte er einen Scherz gemacht.

Endlich sehe ich seinen Wagen in unsere Straße einbiegen. Ich eile in die Küche und öffne eine Flasche Champagner, um mit ihm auf seine Freiheit anzustoßen.

Kaum habe ich zwei Gläser gefüllt, höre ich, wie er die Wohnungstür aufschließt. Einen Atemzug später fliege ich in seine ausgebreiteten Arme.

Nach einem langen Kuss löse ich mich von ihm und sehe ihm tief in die Augen.

„Ist der Termin gut gelaufen?“, frage ich.

„Natürlich. Alles nach Plan.“

Erleichtert atme ich auf.

„Entschuldige, dass ich dich nicht von unterwegs angerufen habe, aber ich brauchte ein wenig Zeit, um all das zu verdauen, was mir Nicoles Eltern an den Kopf geworfen haben.“

„Die waren also bei dem Termin dabei?“

„Ja, extra angereist, um ihr Töchterchen zu unterstützen.“

„Ich hätte … ähm …“, stottere ich.

„Nein, ma Chère, das hättest du nicht. Dieses Kapitel meines Lebens musste ich allein abschließen. Doch jetzt beginnt ein neuer Abschnitt. Gemeinsam mit dir“, verspricht er und wirbelt mich im Kreis herum.

„Ich freue mich so sehr darauf!“, antworte ich außer Atem, als er mich auf dem Boden abstellt.

„Und ich mich erst. Lass uns die Vergangenheit begraben und auf das anstoßen, was vor uns liegt.“

„Komm mit in die Küche. Ich habe schon eine Flasche für uns geöffnet.“

Champagner ist noch immer Maximes liebstes Getränk. Zumindest, wenn es um Alkohol geht.

„Ich habe uns ein paar Biscuits Roses mitgebracht“, sagt er und holt eine Packung des roséfarbenen Gebäcks aus seiner Aktentasche.

In diese kleinen Köstlichkeiten, die man in Reims traditionell zu Champagner isst, habe ich mich sofort nach unserer Ankunft in der Stadt verliebt.

Maxime nimmt ein Biscuit und hält es mir vor die Lippen.

Leise stöhnend beiße ich hinein und trinke einen Schluck Champagner hinterher, während ich meine Augen schließe.

„Ich liebe es, dir beim Genießen zuzuschauen“, raunt er und küsst mich auf den Hals.

„Hm … deine Küsse sind besser als alle Kekse und Champagner zusammen“, flüstere ich und wende ihm meine Lippen zu.

„Wollen wir heute Abend in ein feines Restaurant essen gehen und meinen neu gewonnenen Status als geschiedener Mann feiern?“, fragt er und nimmt mir das Glas ab.

„Wir können auch hierbleiben und feiern“, gurre ich.

„Wann wirst du jemals genug von mir bekommen?“, raunt er mit einem leichten Grinsen im Gesicht.

„Niemals, Liebster. Darauf kannst du dich verlassen.“

„Pass auf, ich nehme dich beim Wort“, sagt er und seine Stimme klingt einen Hauch belegt.

„Du denkst an Nicole?“, vermute ich.

„Entschuldige. Aber ja. Am Anfang unserer Beziehung war mit ihr auch alles …“

Er reibt sich über das Gesicht.

„Ich sollte nicht mit dir darüber sprechen. Es ist vorbei!“

„Ja, das ist es. Und wenn du derartige Befürchtungen hast, solltest du eines nicht außer Acht lassen.“

„Und das wäre?“

„Ich bin Lene, die Frau, die dich verführt hat.“

„Du glaubst, du hättest mich verführt?“, wundert er sich. „War es nicht umgekehrt?“

Lächelnd schüttle ich den Kopf.

„Ich weiß ganz genau, wie es war. Denn ich war dabei.“

„Lene, Lene … weißt du eigentlich, dass ich dich fürchterlich liebe?“

„Fürchterlich?“, necke ich ihn, während ich mit meinen Fingern seine Gesichtszüge nachfahre.

„Fürchterlich im Sinne von abgöttisch.“

„Das gefällt mir“, flüstere ich. „Das gefällt mir sehr.“

„Und wie gefällt es dir, wenn ich das hier mache?“, murmelt er und knabbert an meinem Ohrläppchen.

„Hm … mehr …“

Er streichelt meinen Rücken und öffnet dabei wie zufällig meinen BH.

„Und das hier?“, will er wissen.

„Mehr …“

„Was hältst du davon?“

Er öffnet den Knopf meiner Hose.

„Ich denke, wir sollten ins Schlafzimmer gehen. Dort wartet ein großes Bett auf uns.“

„Du hast einfach die besten Ideen, ma Chère“, stößt er hervor und einen Moment später liege ich auf seinen Armen.

„Und wir sollten sie schnell in die Tat umsetzen“, schlage ich vor.

„Oh ja, das werden wir tun. Denn ich will und ich brauche dich!“

„Dann nimm mich. Ich bin ganz dein.“

***

Liebe Leserin, lieber Leser,

nun ist das Buch endgültig zu Ende und ich wünsche mir, dass du denkst: „Schön wars“.

In Band 14 geht nicht nur die Geschichte von Zara & Javier weiter. Es werden eine neue Frau und ein neuer Mann auf die Insel kommen und auf Umwegen die Liebe finden.

Ich informiere dich sehr gerne über das Erscheinungsdatum. Schreibe mir bitte:

per Mail

cleo_lavalle@yahoo.de

bei Facebook unter

https://www.facebook.com/profile.php?id=100010489170138

 

Ich hoffe, die Geschichte hat dir gefallen. Falls du Lust hast, wäre es toll, eine Rezension (2-3 Sätze reichen schon) von dir zu bekommen. Ich verlose regelmäßig eine Printausgabe oder eine Überraschung aus Mallorca unter meinen Rezensentinnen.

Und nun sende ich dir liebe Grüße, danke dir, dass du „unser“ Buch gelesen hast, wünsche ich dir eine gute Zeit und freue mich auf bald,

deine Cleo

P.S.: Falls du noch nicht alle Bücher von mir kennst, schau doch mal, was ich sonst noch so alles geschrieben habe. Wenn du magst, schicke dir gerne etwas zum Reinschnuppern in XXL.

 

Liste aller Bücher

Von Cleo Lavalle sind erschienen:
Winterküsse auf Mallorca (Band 1)
Sehnsucht nach Mallorca (Spin Off/Band 2)
Sonnenküsse auf Mallorca (Band 3)
Liebesküsse auf Mallorca (Band 4)
Sehnsuchtsküsse auf Mallorca (Band 5)
Meeresküsse auf Mallorca (Band 6)
Strandbarküsse auf Mallorca (Band 7)
Sternenküsse auf Mallorca (Band 8)
Frühlingsküsse auf Mallorca (Band 9)
Herzensküsse auf Mallorca (Band 10)
Schicksalsküsse auf Mallorca (Band 11)
Mondscheinküsse auf Mallorca (Band 12)
Champagnerküsse auf Mallorca (Band 13)
Bodyguardküsse auf Mallorca (Band 14)
Gänsehautküsse auf Mallorca (Band 15, erscheint im Herbst 2025)
Weitere Bände folgen!!!
Aller guten Männer sind 3
2 Männer sind auch keine Lösung
1 Mann macht noch keine Liebe
(Mallorca-Roman)
Küss mich, wenn es Liebe ist
(Mallorca-Roman)
5 Single Millionäre & ICH
4 Single Millionäre & ICH
3 Single Millionäre & ICH
2 Single Millionäre & ICH
Als der Prinz aus dem Märchen fiel
Engel im Spitzenhöschen
Das hält keine 3 Wochen

Als Cleo Lavalle und Ann Wilde veröffentlicht die Autorin freche Romane mit spritzigen Dialogen und sehr prickelnden Szenen:
Only for 3 Days
Only for 5 Days

Only for 3 Nights

Als Charlotte Love veröffentlicht die Autorin romantische Historicals:
Violet und der Duke
: Verbotene Küsse
Ein Lord für Penelope: Heimliche Küsse
Zwei Lords für die Lady: Sehnsuchtsvolle Küsse
Ein Lord für eine Nacht: Geraubte Küsse
Der Duke und die widerspenstige Lady: Theater der Liebe
Der Lord und die Schwindlerin Theater der Liebe
Dark Lords of London: Teuflisches Spiel (Band 1)
Dark Lords of London: Skrupelloses Spiel (Band 2)
Dark Lords of London: Betörendes Spiel (Band 3)
Tag für Tag durchs ganze Jahr mit Charlotte Love: Kalender-/Geschenkbuch

Als Anabelle Wildbuch veröffentlicht die Autorin Liebesromane mit sehr prickelnden Szenen
Bad Boss Love
Bad Boss Secret
Bad Boss Dating
Bad Boss Games
Bad Xmas Games (Fortsetzung von Bad Boss Games)
Bad Boss Xmas
Dark Lovers of Chicago – Böses Spiel Dark Romance
Dark Lovers of Chicago – Tödliches Spiel Dark Romance
Dark Lovers of Chicago – Gefährliches Spiel Dark Romance
Wer sagt denn, dass es Sünde ist? (Band 1)
Wer sagt denn, dass es Liebe ist? (Band 2)
Wer sagt denn, dass es Schicksal ist? (Band 3)

Als Ann Wilde veröffentlicht die Autorin Liebesromane mit sehr prickelnden Szenen:
Dark Play
Dark Romance: Channing
Dark Romance: Rivalen